...und sie bewegt (sich) ...

»doch anders als du denkst«

17. IGfH-Bundestagung Tagesgruppen
8. bis 10. März 2012 | Kongresshotel Potsdam »Am Templiner See«

 

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Workshops


I. Konzepte zur Weiterentwicklung der Tagesgruppenarbeit

WS 01 Das Gruppengeschehen in Tagesgruppen
Das Gruppengeschehen in Tagesgruppen ist bekannterweise sehr komplex. Jede Gruppe durchläuft Prozesse der Rollenfindung und der Rollenzuschreibung, Gruppenphasen werden durchlaufen. Viele Faktoren sind wichtig: die Größe, die Ausstattung der Gruppenräume, die formulierten Ziele, die Zusammensetzung der Gruppe, die Ausbildung des Pädagogen und vieles mehr.

In diesem Workshop soll aufgezeigt werden, wie die Gruppe mit ihren Dynamiken, mit ihrer Tiefe und Kontinuität bewusst genutzt werden kann, die Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern. Die Methode »Gruppe« ist somit Entwicklungsraum für tiefe Prozesse und wichtige Entwicklungsschritte. Dabei wird auf die Studien von Bernstein und Lowy eingegangen, die aufzeigen, welche Stufen und Stadien eine Gruppe durchläuft und welche Verhaltens- und Gefühlsweisen für jede charakteristisch sind.


> Gabriela Reinke,
Integrative Jugendhilfe Heike und Thomas Michnik, Oldenburg


WS 02 Was ist das Besondere an der heilpädagogischen Tagesgruppe?
Heilpädagogisches Handeln zwischen Struktur und Beziehung

Seit vielen Jahren gibt es sowohl sozialpädagogische als auch heilpädagogische Tagesgruppen nebeneinander. Beide gelten als Hilfeform gemäß §32 KJHG. In den letzten Jahren wächst die Nachfrage nach heilpädagogischen Tagesgruppen. Immer häufiger wird gefragt, was denn eine heilpädagogische Tagesgruppe von einer sozialpädagogischen Tagesgruppe unterscheidet.

Der Workshop geht dieser Frage anhand der Vorstellung einer heilpädagogischen Tagesgruppe nach und beschäftigt sich mit dem möglichen Spannungsfeld von individuellen Bedürfnissen der Kinder und notwendiger und sinnvoller Strukturierung des Alltags. Es wird die Arbeit in der Tagesgruppe mit Kindern mit besonderen Herausforderungen wie Bindungsstörungen, Autismusspektrumsstörungen, etc. eingegangen. Teilnehmer haben die Möglichkeit die Struktur ihrer Tagesgruppe vorzustellen oder Fragestellungen diesbezüglich im Workshop diskutieren
zu lassen.

> Torben Bruhn, Heilpädagogische Tagesgruppen, Diakonie Düsseldorf


WS 03 Wenn die Liebe Angst macht
Umgang mit Familien mit ‚Borderline-Belastungen’ in der Tagesgruppe

Am Beispiel einer Familie, in der die Mutter an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung erkrankt ist, stelle ich die Arbeit in der Tagesgruppe mit dieser Familie vor.

Dabei geht es im Wesentlichen um folgende Aspekte:






die Bedeutung dieser Erkrankung für die Betroffenen als Familie
die Bedeutung dieser Situation für das Kind, das in die Tagesgruppe kommt
die Zusammenarbeit mit psychiatrischen Einrichtungen – die Unterschiedlichkeit der verschiedenen professionellen Systeme, sowie Möglichkeiten und Qualitätsaspekte der Kooperation
Auswirkungen der Borderline-Belastungen auf die pädagogischen MitarbeiterInnen und Formen der Selbstsorge

Neben Vortrag und Gespräch wird es auch Möglichkeit geben, eigene Fälle aus der Arbeit einzubringen und zu reflektieren.

> Peter Rudolph, Dipl. Soz. Wissenschaftler ,Oldenburger Institut für Weiterbildung, Beratung und Psychotherapie


WS 04 Eins, zwei, drei … und raus bist Du!
Tagesgruppe im Bermudadreieck Jugendhilfe, Gesundheitssystem und Schule

Das Sozialpädiatrische Zentrum am St. Marien Hospital in Düren ist in die Trägerschaft für insgesamt 3 Tagesgruppen im Kreis Düren eingetreten. Eine zusätzliche Tagesgruppe für schulmüde Jugendliche und deren Familie bezieht auch das Schulsystem aktiv in einen lösungsorientierten Ansatz ein. Dadurch entstehen neue Kooperationsformen zwischen der Jugendhilfe, Schulen und dem Sozialpädiatrischen Zentrum.

Die 4 Tagesgruppen betreuen insgesamt 37 Kinder, deren Familien und Bezugspersonen im Rahmen dieser Jugendhilfemaßnahme. Die intensive pädagogische Arbeit mit der Zielgruppe und die sozialpädiatrischen diagnostischen und therapeutischen Optionen ergänzen sich in vielen Fällen optimal.

Das Konstrukt bietet die Möglichkeit, für unser Zentrum tagesklinische Aspekte zu realisieren und ein umfassendes Betreuungs- und Behandlungsangebot für die Familien anzubieten. Der Workshop gibt einen Überblick über die
Entwicklungsgeschichte, Arbeitsformen und Stolpersteine der Kooperation. Die Veränderungen in der Beziehung zu Jugend- und Schulämtern als aktiver Anbieter von Jugendhilfemaßnahmen werden diskutiert.

> Dr. med. Dirk Mundt, Stephan Floß, Judith Plum, Sozialpädiatrisches Zentrum am St. Marien Hospital Düren


WS 05 Herzlich willkommen – interessante Zielgruppen für die Tagesgruppe!
Wer kommt noch in die Tagesgruppe, wenn jeder in die Ganztagsbetreuung geht?

In den letzten Jahren hat sich das Klientel der Tagesgruppe verändert. Als Folge der zunehmenden Ganztagsbetreuung in Schulen kommt das »unerzogene Kind« und seine hilflosen Eltern immer weniger in die Hilfeform Tagesgruppe. Heute haben wir es in der Tagesgruppe zum Beispiel mit hochbelasteten Kindern psychisch kranker Eltern zu tun, mit Kindern, die Handicaps wie Wahrnehmungsstörungen, ADHS, erhebliche Entwicklungsstörungen haben, Kinder mit der Autismusspektrumsstörung und Kinderschutzfälle. Dadurch verändert sich die fachliche Ausrichtung der Arbeit mit dem Kind und den Eltern. »Entwicklungshilfe«, Vermittlung von Basiskompetenzen, steht im Vordergrund der Arbeit in der Tagesgruppe.

In diesem Workshop geht es um die Besonderheiten der genannten Zielgruppen. Es geht um notwendige strukturelle und inhaltliche Veränderung der Tagesgruppen, um diesen Zielgruppen ein adäquates Angebot zu offerieren und so auch weiterhin eine attraktive Hilfeform gemäß §32 SGB VIII sein zu können. Inputs wechseln mit Gruppenarbeiten und Diskussionen ab.

> Ulrike Bavendiek, Sachgebietsleitung Heilpädagogik, Diakonie Düsseldorf


II. Trainingsprogramme und Methoden für die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien in Tagesgruppen


WS 06
Bewegt sich der Körper; bewegt sich der Geist!
Bewegung, draußen sein und Sport als Grundlage für Denken und Lernen mit praxisbezogenen Tipps

Der Workshop richtet sich an Menschen, die den Zusammenhang zwischen Bewegung und Lernen verstehen wollen. Basierend auf langer praktischer Erfahrung und den Studien von Christina Buchner »Bewegung macht Kinder klug« erläutert Frau Stalder-Glück wie unser Hirn funktioniert und lernt.

Spannend ist zu wissen, was Erwachsene tun können, dass Kinder besser lernen. Es geht nicht um Drill, sondern um gezieltes, bewusstes Bewegen. Beispiele sind Klettern, Trampolin springen, Jonglieren aber auch einfachste Bewegungen wie Treppen steigen und auf einer Linie rückwärts gehen oder Bänder weben.

Die Workshopleiterin Frau Stalder-Glück hat vierzehn Jahre Tagesgruppenerfahrung. Die gelernte Grundschullehrerin baute mit ihrem Team eine Tagesgruppe auf, basierend auf Erlebnispädagogik, Sport und draußen sein. Im Workshop werden
praxisorientierte Inhalte vermittelt.

> Anna-Margareta Stalder-Glück , WIR e.V. Tagesgruppe Bad Belzig



WS 07 Wer nichts hat, der kann nichts geben (oder wer viel hat, kann viel geben)!
Familien-Team-Profi vermittelt praktikable Methoden für den pädagogischen Alltag

Pädagogische Fachkräfte in Tagesgruppen stehen heute vor großen Herausforderungen. Kinder sollen zu selbstverantwortlichen, kooperationsfähigen, kreativen und lernkompetenten Menschen erzogen werden. PädagogInnen brauchen Kompetenzen, um auch in kritischen Situationen professionell agieren zu können (statt zu reagieren). In unserem Workshop wollen wir das bindungs- und systemtheoretisch fundierte Training Familien
-Team-Profi (entwickelt an der LMU München) vorstellen und einzelne Inhalte vertiefen (z.B. wechselseitig Anerkennung im Team schenken, Emotions-Coaching, »Dauerbrenner« langfristig lösen, akute Konflikte angehen). Die Besonderheit des Trainings liegt in der Kombination aus positiver Grundhaltung – sich selbst, dem Kind und den KollegInnen gegenüber sowie geeignetem Handwerkszeug.

Methoden des Workshops sind: theoretische Inputs, gecoachte Rollenspiele, Imagination.

> Miriam M’Bengue, Tagesgruppe Spielraum, München und > Annegret Wanetschek, Kindergruppe Rabennest, München


WS 08 »Und dann bin ich im Fernsehen?!«
Gelungene Beziehungen mit der Videokamera begleiten – bessere Kommunikation der Familienmitglieder erhöht die Entwicklungschancen
der Kinder

Die Kinder der Tagesgruppen befinden sich in einem fortwährenden Prozess des Trainings ihres Sozialverhaltens in der Gruppe und zu Hause. Hier soll es gelingen, alle Eltern in diesen Prozess gut mit einzubeziehen. Kinder und ihre Eltern lernen, an vorhandene Fähigkeiten und Fertigkeiten anzuknüpfen und können so ihr Selbstwertgefühl stärken.

Hier findet das Video-Home-Training (VHT) seinen konkreten Ansatzpunkt. Es wird mit der gesamten Familie gearbeitet und nicht nur mit dem Kind, welches in die Tagesgruppe geht.

Im VHT wird auf eine positive und produktive Art miteinander gelernt, Schritt für Schritt, um pragmatische und realistische Ziele zu erreichen, es wird auf Stärken aufgebaut statt Probleme zu betonen. Die Eltern und Kinder lernen am eigenen Modell. In diesem Workshop haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, den Video-Home-TrainerInnen über die Schulter zu schauen, die Methode kennen zu lernen und wesentliche Inhalte selbst zu erarbeiten. Es wird an praktischen Beispielen aus der Tagesgruppe und dem Familienalltag gearbeitet, und sie können ihre guten Erfahrungen mit einbringen und auch gleichzeitig von den anderen TeilnehmerInnen profitieren.

> Barbara Huse und > Christina Conrad Volkssolidarität Regionalverband Prignitz-Ruppin, Familienzentrum Wittstock


WS 09 Vom Überleben zum Leben
Traumapädagogische Konzepte in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen

Traumatisierte Kinder und Jugendliche haben Situationen existenzieller Bedrohung erlebt, denen sie zumeist hilflos ausgeliefert waren. Als Antwort auf diese bedrohlichen Situationen haben sie vielfältige Verhaltensweisen entwickelt um zu
überleben. Diese Verhaltensweisen stellen die pädagogischen Fachkräfte vor ungewohnte Herausforderungen, da sie in der aktuellen Situation oft als unverständlich und unangemessen erscheinen. Um in den heutigen Situationen entsprechende Verhaltensweisen zu entwickeln brauchen diese Kinder und Jugendlichen einen sicheren Ort, die Erfahrung, dass sie selbst wirksam sein können und eine wertschätzende Haltung gegenüber ihrer Überlebensleistung. In diesem Seminar haben die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, ein erweitertes Verständnis für die Folgen traumatisierender Erlebnisse zu entwickeln und die Konzepte des »sicheren Ortes« und der Selbstmächtigkeit als Grundlagen der Traumapädagogik kennen zu lernen und mit ihren beruflichen Erfahrungen zu verbinden.

> Lars Dabbert, Institut für Gestalt in der Pädagogik (IGP), Berlin


WS 10 Ich bin nicht du, du bist nicht ich, aber wir sind wir ...
Soziales Kompetenztraining in der Tagesgruppe

Soziale Fertigkeiten bzw. Kompetenzen gehören zu den wichtigsten Entwicklungsaufgaben von Kindern und Jugendlichen und bilden die Grundlage für eine alterstypische Entwicklung. Im Rahmen der Tagesgruppenarbeit wird immer wieder deutlich, dass Kinder und Jugendliche häufig emotionale Probleme und Verhaltensauffälligkeiten zeigen, die mit Defiziten in ihrer sozialen Kompetenz verbunden sind. Somit ist es im Rahmen von Tagesgruppenarbeit sinnvoll, ein Trainingsprogramm zum gezielten Erwerb sozialer Fähigkeiten zu entwickeln, welches
flexibel und individuell bei unterschiedlichen Kindergruppen eingesetzt werden kann.

Mittels theoretischer Hintergründe und praktischen Übungen soll der Workshop einen Einblick in das Training zur Vermittlung sozialer Kompetenzen im Rahmen von Tagesgruppenarbeit gewähren.

> Tanja Bergmann, Tanja Peters, Heilpädagogische Tagesgruppen der Diakonie Düsseldorf


WS 11 »Raus aus der Sackgasse« Handlungskompetenztraining mit Eltern

Die Tagesgruppe erhält als Lernort für Kinder und Eltern einen hohen Stellenwert dadurch, dass es hier möglich wird individuelle Lösungen für die Probleme der einzelnen Familien gemeinsam zu entwickeln. In den letzten Jahren begegnen uns in der Praxis häufiger Elternteile, die keine oder sehr wenige eigene Erfahrungen, Erlebnisse, Kenntnisse und Ideen zur Gestaltung des Lebensalltags mit ihren Kindern aufweisen. Daher haben wir ergänzend zum beratenden Setting der Tagesgruppe mit den Eltern ein auf den Alltag der Familien abgestimmtes Kompetenztraining für verschiedene Handlungsfelder entwickelt.

Das Konzept dazu und die ersten Ergebnisse der Umsetzung werden im Workshop vorgestellt. Gleichzeitig soll in einer Diskussion und verschiedenen Übungen herausgearbeitet werden, womit die Fachkräfte in ihren Tagesgruppen gute Erfahrungen machen, wie sie es schaffen, dass Eltern ihre Lösungen entwickeln, was man im vorgestellten Konzept ergänzen oder verändern könnte.

> Anja Lehnigk, Märkisches Sozial- und Bildungswerk e.V. Regionalbüro Cottbus


WS 12 Sexualpädagogik in Tagesgruppen – wo ist das Problem?
Impulse für einen professionellen Umgang mit Jungen- und Mädchensexualität

Mädchensexualität Sexualpädagogik in den Erziehungshilfen konzentriert sich aktuell vor allem auf problematische Phänomene; die »normale«, gelingende Seite der sexuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen ist – auch durch die präventiven
Debatten der letzten Jahre – etwas aus dem Blick geraten. So gilt es, die einseitig problematisierende Perspektive wieder zu erweitern und sexualpädagogische Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen.

Die Integration von Sexualität ist Teil des Identitätsfindungsprozesses und damit eine Entwicklungsaufgabe, die sich auch für Mädchen und Jungen in Tagesgruppen stellt. Für eine adäquate Entwicklungsbegleitung braucht es praktisches und konzeptionelles Handlungswissen als auch Möglichkeiten der Reflexion des eigenen professionellen Handelns.

Der Workshop gibt konzeptionelle Inputs, methodische Anregungen sowie Gelegenheit zur Reflexion der Situation in Team und Einrichtung.

> Gunter Neubauer, SOWIT – Sozialwissenschaftliches Institut Tübingen


WS 13 »Da muss ich immer über mich selbst nachdenken«
Chancenorientierte Medienbildung in der pädagogischen Praxis

Wir wollen Jugendliche dort abholen, wo sie sind. Doch was tun, wenn uns deren neue Orte nicht mehr vertraut sind? Was bedeuten Soziale Netzwerke und Co. für meine tägliche Arbeit? Welche Chancen liegen in Aussagen wie oben, zu der eine 14-Jährige den positiven Effekt des Profil-Erstellens in sozialen Netzwerken für sich reflektiert?











Level 1: Orientierung im »Mediendschungel« – was machen Jugendliche in sozialen Netzwerken? Was machen Sie mit Ihren Handys und Smartphones? Von Identitätsarbeit bis Kommunikation
Level 2: Welche Haltung nehme ich als Pädagoge zu diesen Plattformen ein – und muss ich mich damit auch noch beschäftigen?
Wie gehe ich mit Persönlichkeitsschutz, Cybermobbing und Co. um?
Level 3: Wie gestalte ich selbst Angebote mit digitalen Medien?
Welche medienpädagogischen Methoden können in der Praxis einfach umgesetzt werden?
Level 4: Praktischer Outdoor-Teil zu mobilem Spielen und Lernen mit dem Handy
Level 5: Welche Methoden und Anregungen nehme ich in meine Praxis mit?

> Daniel Seitz, Mediale Pfade, Dresden


WS 14 »Wer ist denn nun hier verrückt?!«
Arbeit mit psychisch auffälligen Eltern im Kontext der Hilfen zur Erziehung

In der Planung und Durchführung von Hilfen zur Erziehung haben Fachkräfte mit Elternteilen zu tun, die bestimmte psychische Auffälligkeiten zeigen: zum Beispiel großes Misstrauen, Unfähigkeit an einem Thema zu bleiben, starkes Kontrollbedürfnis, extreme Stimmungsschwankungen, Entwertung des Gegenübers, aggressive Ausbrüche, depressive Antriebslosigkeit, Unwillen sich zu vereinbaren, ständige Veränderung ihrer Planungen etc.. Sowohl die Planung als auch die spätere Durchführung von Hilfen sind in Folge dieser psychischen Dispositionen erschwert. Fachkräfte benötigen Informationen und Handlungsoptionen für die Leistungserbringung.

Im Workshop soll Fachkräften mehr Sicherheit und Gelassenheit im Umgang mit diesem Personenkreis vermittelt werden. Deshalb werden zum einen verschiedene typische psychische und Verhaltensauffälligkeiten in ihrem psychologischen und psychiatrischen Kontext vorgestellt.

Zum anderen sollen anhand konkreter Fallkonstellationen praktische Strategien für die Planung und Durchführung der Hilfe durch Tagesgruppe erarbeitet werden. Der Umgang mit den Eltern und deren speziellen Auffälligkeiten stehen im Fokus. Das Einbringen eigener Fälle von den TeilnehmerIinnen ist ausdrücklich erwünscht.

> Anke Giesen, Sozialpädagogisches Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg, Berlin


WS 15 Mit Bonny ist alles anders – tiergestützte Arbeit in der Tagesgruppe
»Was uns so fest mit Hunden verbindet ist nicht ihre Treue, ihr Charme oder was sonst noch so sein mag, sondern die Tatsache, dass sie nichts an uns auszusetzen haben.« Unbekannt

Seit 2007 ist die tiergestützte Pädagogik Bestandteil der Arbeit in unserer Tagesgruppe. Mit Unterstützung unserer Therapiehündin Bonny berichten wir mit vielen Bildern und Beispielen von unseren Erfahrungen, die wir in dieser Zeit sammeln konnten und laden ein zum Austausch und zur Diskussion.

Thematisiert werden:




die Einsatzmöglichkeiten und die Wirkungsweise des Hundes
die Rolle des Teams
die Anforderungen /Voraussetzungen an Hund und Halter (Ausbildung usw.)

Genießen Sie während des Workshops die (Mit)Wirkung der Bernersennenhündin Bonny!

> Kerstin Schramm, Christiane Rod und Bernersennenhündin Bonny, Jugendhilfe Geltow, Tagesgruppe Ufer Werder

 

WS 16 Gemeinsam und anders als bisher – Dialogisches Elterncoaching

Dialogisches Elterncoaching ist eine neue Form der Zusammenarbeit auf der Grundlage des Umganges miteinander auf Augenhöhe. Es geht darum, sich aufeinander einzulassen und offen miteinander zu lernen. Damit provoziert das Dialogische Elterncoaching, denn es stellt die üblichen Formen der Zusammenarbeit von Eltern und Fachkräften in Frage. Es kritisiert die Einseitigkeit der Lehr- Lernbeziehung, die die Eltern nicht selten in Passivität und Widerstand gegenüber den Fachkräften führt.
Der Workshop bietet eine sehr praxisorientierte Einführung in die Denkweise des Dialogischen Elterncoaching und stellt Methoden und Arbeitsformen vor.

> Prof. Dr. Reinhart Wolff, Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin



III. Methoden effektiven Arbeitens für pädagogische Fachkräfte in Tagesgruppen

WS
17 »Ich will, dass Du ganz schnell selbständig unser Gruppenteam ergänzt und genau das tust, was wir insgeheim von Dir erwarten!«
Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Team der Tagesgruppe

Zwischen Hoffen und Bangen: »Wie wird es mit der/dem Neuen im Team wohl werden?« Eine wichtige Frage bei Gruppeneröffnung oder Wechsel im Team. Häufig wird entweder zu viel oder zu wenig informiert, vorgemacht, mitgemacht, nachgemacht und selbstgemacht. Ergebnis: Über- oder Unterforderung der/des Neuen und der »alten« Teammitglieder oder der Gruppenleitung.

Nutzwert der Workshopteilnahme soll sein, gemeinsam mit den anderen TeilnehmerInnen ein Einarbeitungskonzept für TG-MitarbeiterIinnen und -mitarbeiter zu entwickeln, dass dosiert und strukturiert Einarbeitung wirkungsvoll werden lässt. Dabei werden Aspekte des Anforderungsprofils, Zugeständnisse beim Eignungsprofil (Fachkräftemangel), geschriebene und ungeschriebene Regeln der Einrichtungs- / Teamkultur, Arbeitsgrundsätze, Methoden, Alltagsroutinen, Kooperationsweisen erörtert und in einen zeitlich und inhaltlichen Einarbeitungsplan eingearbeitet.
Unterschiedliches Selbst- und Arbeitsverständnis, gute und schlechte Erfahrung und auch eine gute Portion Neugier darauf, wie es sein könnte, werden im Workshop zusammenkommen.

Sollen – Wollen – Dürfen – Können und Machen, dass sind die Eckpfeiler des Fachdiskurses. Oder angelehnt an Karl Valentin: Sollen hätten wir schon gewollt – aber dürfen haben wir uns nicht getraut.

> Hans-Joachim Sonnenburg, bis Mai 2011 zentraler Qualitätsbeauftragter der Stadt Düsseldorf, jetzt freiberuflicher Coach und Moderator


WS 18 Türöffnende Verhaltensweisen der Fachkräfte führen zu Horizonterweiterung und Blickwechsel

Dieser Workshop ist ausgerichtet auf die Vertiefung der beratenden Arbeit mit verschiedenen Modellen und Methoden auf der Grundlage der systemischen Sichtweise. Fachkräfte in Tagesgruppen haben sowohl die Arbeit mit den Kindern in der Gruppe als auch die beratende Tätigkeit mit den Eltern und die eigene Arbeit im Team zu meistern. Sie tragen durch ihr Verhalten dazu bei, Entwicklung zu befördern und Lösungen für Probleme zu finden. Dazu benötigen sie einen reich gefüllten Methodenkoffer, der ihre eigene Orientierung in den verschiedenen Beratungssettings professioneller werden lässt.

Im Workshop gibt es zahlreiche Möglichkeiten, eigene Anliegen und Themen einzubringen und durch Übungen, räumliche Visualisierung und anderes zu bearbeiten.

> Rita Herbst, Fachbereichsleiterin Jugendhilfe , VS Regional verband Prignitz-Ruppin und > Sylvia Kopp, Referat Hilfen zur Erziehung, Landesjugendamt Brandenburg


WS 19 Jetzt kracht es mal wieder und keiner weiß warum
Eskalation und Deeskalationen – deren Verlauf und die Anteile der betroffenen Personen

Der Workshop basiert auf dem S_T_A_R - Programm (Sicherheit Trainieren auf Aggression Reagieren). Es beinhaltet die Analyse von gewalttätigen eskalierenden Konflikten und praktischen Übungen zu verbaler Krisenkommunikation, sowie das Training von gewaltarmen Techniken zum Selbst und Fremdschutz.

Die inhaltlichen Hauptbestandteile dieses Trainings sind:





Präventives Verhalten
Welchem Eskalationstypus stehe ich gegenüber?
Eigene Grenzen der Handlungsfähigkeit
Was kann ich tun, wenn Sprache nicht mehr »greift«?

Ziel ist es für Konfliktsituationen neue Sicht- und Handlungsweisen zu entwickeln und in den pädagogischen Alltag zu transportieren. Es wird mit Beispielen aus der Gruppe, Input im Plenum sowie Kleingruppen und Rollenspielen gearbeitet.

> Frank Müller, Ev. Schulstiftung Stuttgart, Johannes Brenz Schule


WS 20 Kinderschutz in der Tagesgruppe – alles klar geregelt und dennoch immer wieder eine Herausforderung

Sechs Jahre nach der Einführung des § 8 a SGB VIII gibt es zahlreiche Handlungsleitfäden und Arbeitsmaterialien zum Umgang mit dem Thema Kinderschutz. Dennoch ist jeder Kinderschutzfall in der Tagesgruppenarbeit neu, schwierig und eine Herausforderung für die pädagogischen Fachkräfte. Der Workshop greift die zahlreichen Facetten in der Thematik Kinderschutz auf und bietet die Möglichkeit des Austausches über aktuelle Fragen, kleine und größere Stolpersteine sowie neue
Entwicklungen. Das Einbringen von Fallbeispielen ist möglich und erwünscht.

> Katrin Schloßhauer, Bereichsleiterin der Jugendhilfe, Märkisches Sozial- und Bildungswerk e.V. Cottbus und > Anke Noack, Leiterin der Jugendhilfe, Diakonisches Werk Oderland-Spree e.V.


WS 21 Einfach mal erziehen!

Die Tagesgruppe ist eine Hilfe zur Erziehung. Es geht um elterliche Erziehungskompetenz, um Vermittlung von Normen und Werte. In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage, was die pädagogische Fachkraft unter Erziehung versteht. Was ist professionelle Erziehung durch pädagogische Fachkräfte? Dieser Workshop geht sehr praxisnah der Frage nach, was in der professionellen Erziehung passiert, was es mit der Person des Erziehenden zu tun hat, welche pädagogischen Arrangements sinnvoll sind, welche Rolle Gruppenpädagogik und Therapie spielen. Dafür sind Beispiele aus der Praxis der TeilnehmerInnen wichtig.

Der Workshop ist interaktiv ausgerichtet. Von den TeilnehmerInnen wird eine aktive Beteiligung erwartet.

> Prof. Dr. Karl- Heinz Lindemann, FH Koblenz, Coach und Supervisor und > Drs. Jan Hesselink, ehemals FH Enschede, jetzt Referent im Bereich Methoden sozialer Arbeit und Organisationsentwicklung.